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2012 - Das neue Jahr der AHA-Erlebnisse
meine heutige Einführungskolumne beschäftigt sich mit Anamnese. das liegt sicher an der Ausbildung, da man quasi nur über diese Themen spricht. Ansosnsten hat man ja eigentlich kaum mehr Zeit für das Mensch sein. *lach*
Also auffi...
Da wird man 41 und erfährt nun endlich die Zusammenhänge aus vielen Jahren Krankheitsgeschichte.
Woher die Flecken auf den Fußrücken? Woher die Stirnzellzirrhose? Was steckt recht wahrscheinlich hinter dem "eigenen" Keratokonus? Was steckt hinter dem aktiven Adenom der Schilddrüse? Welche Verbindung könnte man zu der massiven Flüssigkeitsaufnahme schließen? Was ist mit dem andauernden Blutstuhl? Gibt es erklärende Gründe für die Beta-Tachykardie?
So ziemlich alles, was diagnostisch an mir zu finden ist läßt sich inzwischen auf eine wenige Grundursachen zurückverfolgen. Man kann folgenden Rückschluß aussagen:
Die Ärzte in Uetersen haben mich zusammengeflickt und mir trotz leichter Kopflosigkeit im OP-Saal das Leben gerettet. Dennoch hat keiner die Tragweite der Folgegeschichte überblicken können, bzw. hat mir damals niemand die Folgeentwicklung prognostizieren können - oder wollen?
Ich war 15 und hatte mein Leben noch vor mir. Wir haben über die Jahre vermutet es wären schlechte Blutkonserven, vor der Zeit der explizises HIV-Kontrollen, Schuld an meiner Hepatitis non A-G. Dabei ist die Erklärung simpel.
Als ich mit längst durchgebrochenem Blinddarm eingeliefert wurde, hatte ich bereits Glück überhaupt so lange überlebt zu haben, da der schlecht positionierte Blinddarm durch eine Schicksalsfügung weitgehend zusammengehalten worden ist, dadurch aber auch zu weniger Schmerzen führte. Dennoch haben austretende Colibakterien und weitere Erreger zu einer massiven Bauchfell-Entzündung geführt. Diese Entzündung bei nicht erkanntem Blinddarmdurchbruch hätte tödlich enden können, gerade weil ich kaum typische Schmerzanzeichen hatte. Eine solche Entzündung schädigt aber nicht nur das Bauchfell, sondern auch alle im Bauchraum dem Entzündungsherd nahe liegenden Organe, wie z.B. Leber und Teile des Magen-Darm-Traktes.
Wie man mit Anfang 20 also eine oberflächliche Lebergewebeumwandlung in Bindegewebe (Zirrhose) bekommt, liegt somit auf der Hand. Dass die Leber auch wichtige Enzyme für die Augen und speziell die Qualität der Tränenflüssigkeit produziert, ist auch kein Geheimnis. Somit erschließt es sich, ab etwa 18 Jahren immer schlechter sehen zu können, um Mitte 20 die Diagnose Keratokonus zu bekommen. Als Zeichen des bleibenden Leberschadens kann man die Pigmentstörungen auf den Fußrücken erkennen.
Meine Herz-ras-attacken sind eine typische Erkrankung, die man sich einfängt, wenn man z.B. einen gripalen Infekt, besser eine Influenza nicht auskuriert und zu früh wieder aktiv wird. Ich habe meine "Erkältungen" nie wirklich auskuriert. Selbst der Infekt, den ich seit Oktober 2011 mit durchschleppe ist jetzt im Januar 2012 immer noch aktiv und somit als chronisch anzusehen. Da ich Erkältungen und Grippen im Allgemeinen immer nur in der Akutphase ernst genommen habe, ansonsten aber Monate heiser sein konnte, Schleim produzierte und rumnieste führte dies sehr vermutlich zu einer chronischen Herzschwäche, die sich in immer wieder auftretender spontaner Tachykardie äußert. Trotz, dass ich das jetzt weiß, kann ich mich schlecht ins Bett legen um mich vollständig auszukurieren. Eine solche Ausfallzeit könnte ich mir nicht leisten. Zudem ist es jetzt ja eh zu spät.
Zudem habe ich durch die chronische Mittelohrentzündung immer eine Tendenz zu schlechter Ausheilung von Nebenhöhleninfektionen. Auch meine beiden Hörimplantate ändern nichts an der Entzündung. Und damit schließt sich der Kreis meiner "Leiden" so langsam.
Dass mich der zunehmende Keratokonus in die Ausbildung zum Physiotherapeuten gebracht hat, mag trotz aller sonstiger körperlicher Hindernisse ein "Glücksfall" sein. Unlängst hatte ich über die Jahre das Gefühl, dass es mir immer schwerer fällt, mir Neues zu merken. Und gerade in dieser Ausbildung kommen nur neue Dinge hinzu. Dass einem so viel Stoff am Anfang ziemlich schwer fällt, ist vermutlich jedem klar. Zudem "dachte" ich auch daran, schon zu merken nicht mehr 20 zu sein, dass einem neuer Stoff nicht einfach so zufliegt. Aber inzwischen gibt es Keratokonus-Erkenntnisse, die darauf schließem lassen, dass die Merkfähigkeit von Keratokonuspatienten durch die hohe Gehirnleistung für das Sehen nachweislich eingeschränkt ist. Nachvollziehbar wird dies für mich durch die präoperative Zeit von April bis November 2011, als mein vegetatives NS beschloß ein Auge komplett zu schließen, weil es mit den Doppelbildern einfach nicht mehr klar kam. Die Fachärzte im UKE schlossen ja ebenfalls auf eine Überlastung des Nervensystems.
Einerseits ist es schön, diese Erkenntnisse zu erhalten, man lernt aber auch Dinge, die einen für die Zukunft bange machen dürfen: Mein anhaltender Bluthochdruck, die Fußgelenksentzündung, die bald Geburtstag feiert, ebenso wie die fortwährenden Schmerzen in den Kniegelenken. Natürlich sind die Ursachen volkstypisch durch Adipositas, Fehlernährung und Jo-Jo-Diäten herangezüchtet. Aber wenn einem dann bewußt wird, wie sich das Leben dann auf lange Sicht hin verändern "könnte", kann einem schon bange werden. Es mag eine philosophisch ausgelutschte Metapher sein, die man damit nochmals zerkaut: aber ich werde mir hier täglich darüber bewußt, dass man sich jeden Tag absolut einen Tag dichter an seinen Tod heranarbeitet, wann auch immer dieser Tag X sein mag und welche Lebensqualität man bis zu diesem Tag noch erhält.
BHD > Arteriossklerose > erhöhte Thrombose-/Emboliegefahr > erhöhtes Herzinfarkt-/Lungenembolierisiko. Die andere Marschrichtung kommt ebenso aus Richtung Adipositas in Verbindung mit dem Insulinhaushalt und die gestörte Schilddrüse > auf Dauer vermehrte Flüssigkeitsaufnahme > Insulinüberschuß, aber durch ausbrennende Zellen zunehmend schlechtere Glucoseverarbeitung > Insulinresistenz > Diabetis melitus II mit allen zum Krankheitsbild gehörenden Gefahren, angefangen bereits wieder beim BHD. Viele Wege führen zum Ergebnis.
Die drohenden Gelenksschäden lassen sich sicher durch mehr Bewegung und Ernährungskorrektur entgegen wirken. Aber für einmal verkalkte Arterien gibt es schulmedizinisch immer noch kein Heilmittel. Alles andere ist Wunschdenken.
Der Blutungen wegen müsste ich wirklich zum Arzt, denn die empfohlene Medikation mit Magnesium hat nicht angeschlagen. Es steht nur fest, dass es sich nicht um Hämo's handelt und auch nicht um Zeiten zu scharfen Essens, da ich zur Zeit kaum scharf esse. Da die Darmspiegelung des Dickdarms nichts ergeben hat, bleibt die Ursache im Dünndarm zu suchen. Bleibt für mich die Frage zu klären... "Will" ich es tatsächlich wissen?
Zu guter letzt sprachen wir heute über BurnOut. Ich sehe dies ebenso, wie mein Lehrer als eine Art "Modewelle", der ich mich nicht anschließen möchte, trotz dass mir vieles hier über den Kopf zu wachsen droht. Da macht es für mich eher Sinn über das Borderline-Syndrom nachzudenken, welches wir ebenfalls heute angesprochen haben. Ein Zusammenspiel, welches sehr gut zum letzten Rat meiner Beziehung passen würde. Kann ich Gefühle zulassen? Kann ich Gefühl annehmen? Wie gehe ich mit Gefühlen um, wieviel Abstand kann ich halten, wieviel muss ich? Mein Lehrer hat mich da wirklich zum Nachdenken gebracht. Ich schlaf mal eine Nacht drüber.Ich liebe und ich leide, also sollte mit meiner Gefühlswelt eigentlich alles intakt sein, aber nachdenklich macht es mich trotzdem, da ich andere Menschen mit Borderline kenne und durchaus Ähnlichkeiten erkennen kann. Allein, dass ich hier auf dieser Seite alles so freizügig ausschütte, wäre für meinen Lehrer ein Anzeichen von Borderline.
Dann müsste ich diese Krankheit aber schon sehr lange haben, schließlich ist diese Art der Mitteilung, wie auch in Gesprächen mit Unbeteiligten und Bekannten seit jeher auch Teil meiner Lebensphilosophie. ich habe meine introvertierte und trotzdem offene Art nie als ein Problem angesehen, eher als leicht morbide Marotte von "eben ich!" ... HHmmm... Ich schlaf noch mal drüber und mach mich schlau! Punkt!
Ich versuche trotz dieser "Dinge" irgendwie durch diese Ausbildung zu kommen - und sei es nur, weil viele liebe Menschen an mich glauben, weil Mitschüler und Lehrer versuchen mir Mut zu machen. Dennoch gibt es einfach Tage, an denen ich einfach nur weg möchte.