Keine Chance für Romantik
(1992)

oder ...
Das Vakuum des Ochsen

Der Stier schaute verträumt in die rote untergehende
Sonne und auf die müde vor sich hingrasende Herde.

Er dachte darüber nach, daß sein Hirn viel zu
unterentwickelt sei, um dieses Bild in einem
klaren Gedanken aufnehmen zu können.

In dem Moment, da ihm dies bewußt wurde,
verflüchtigten sich die letzten Sonnenstrahlen unter
den dürftig gewachsenen Gräsern der Prärie und
der Stier fiel Tod in den Staub.

Epilog:

Eine Kuh schaute kurz auf das tote Leittier und
schnaubte tief durch, ehe sie sich um ein
besonders wuscheliges Grasbüschel kümmerte.

 

Auf die Frage, was soll daß? Die Frage habe ich mir hiermit selbst gestellt. Sie, gerade mal 18, verliebte sich in den Freak Kay Fiedler (22 Jahre). Fast zu schön um wahr zu sein, eine Art von SCHÖN die ich mir selbst nicht so richtig vorstellen konnte. So SCHÖN, daß ich fast ohnmächtig da stand. Sie hingegen liebte fleißig weiter, ohne zu sehen das ich nicht so konnte wie sie es sich vorstellte. Erstens liebte ich sie nicht - unsere Interessen gingen weit auseinander. Zweitens hatte sie einen mehr als nur fragwürdigen Ruf. Ich schrieb diese Zeilen, zeigte ihr diese und sie fand es gut, ohne zu erkennen, was ich damit sagen wollte: Hey Mädel, nicht zu schnell - sonst bleib ich auf der Strecke. Ich schrieb den Epilog als Art Prognose und siehe, genauso kam es. Ich spielte toter Mann und sie ging laut trällernd weiter. Eine Freundin gehabt zu haben, war schön. Sie auch geliebt zu haben, wäre schöner gewesen. Vielleicht hätte ich mich mit der Zeit in sie verliebt, aber sie wollte zu schnell zu viel, Ciao Babe! Sie hat bis zuletzt nicht herausgefunden, wer zu ihr paßt, was sie eigentlich will. Viele waren vor mir, viele kamen nach mir, schade um Sie... ich hoffe, sie hat sich im Laufe der Jahre gefangen!

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